Schlachter 1951 | Book List

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Psalmen 69

1 Dem Vorsänger. Nach der Singweise «Lilien». Von David. (69-2) O Gott, hilf mir; denn das Wasser geht mir bis an die Seele!

2 (69-3) Ich versinke in tiefem Schlamm und habe keinen Stand, ich bin in tiefes Wasser geraten, und die Flut will mich überströmen;

3 (69-4) ich bin müde von meinem Schreien, meine Kehle ist vertrocknet, ich habe mir die Augen ausgeweint im Harren auf meinen Gott.

4 (69-5) Derer, die mich ohne Ursache hassen, sind mehr als Haare auf meinem Haupt; meine Feinde, die mich mit Lügen vernichten wollen, sind stark; was ich nicht geraubt habe, das soll ich erstatten!

5 (69-6) O Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen.

6 (69-7) Laß nicht zuschanden werden an mir, die deiner harren, o Gott; HERR der Heerscharen; laß nicht meinethalben beschämt werden, die dich suchen, Gott Israels!

7 (69-8) Denn um deinetwillen trage ich Schmach und bedeckt Schande mein Angesicht.

8 (69-9) Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Söhnen meiner Mutter;

9 (69-10) denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

10 (69-11) Als meine Seele fastete und weinte, wurde ich deshalb beschimpft;

11 (69-12) und als ich mich mit einem Sack kleidete, haben sie mich zum Sprichwort gemacht.

12 (69-13) Die im Tor herumsitzen, schwatzen von mir, und die Zecher pfeifen mich aus.

13 (69-14) Ich aber bete, HERR, zu dir zur angenehmen Zeit; antworte mir, o Gott, nach deiner großen Gnade mit deinem wahren Heil!

14 (69-15) Reiße mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke; möchte ich doch errettet werden von meinen Hassern und aus den tiefen Wassern,

15 (69-16) daß mich die Wasserflut nicht überströme und mich die Tiefe nicht verschlinge, noch die Zisterne sich über mir schließe.

16 (69-17) Erhöre mich, HERR; denn deine Gnade ist freundlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

17 (69-18) und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht; denn mir ist angst, erhöre mich bald!

18 (69-19) Nahe dich meiner Seele, erlöse sie; um meiner Feinde willen befreie mich!

19 (69-20) Du weißt, was für Schimpf, für Schande und Schmach mir angetan wird; meine Widersacher sind alle vor dir.

20 (69-21) Die Schmach hat mir das Herz gebrochen, daß ich krank geworden bin; ich wartete auf Mitleid, aber da war keines, und auf Tröster, aber ich fand sie nicht.

21 (69-22) Und sie taten Galle in meine Speise und tränkten mich mit Essig in meinem Durst.

22 (69-23) Ihr Tisch vor ihnen müsse zur Schlinge werden und den Sorglosen zum Fallstrick!

23 (69-24) Ihre Augen sollen so finster werden, daß sie nicht mehr sehen, und ihre Lenden sollen allezeit wanken.

24 (69-25) Gieße deinen Grimm über sie aus, und die Glut deines Zorns erfasse sie;

25 (69-26) ihre Wohnstätte müsse verwüstet werden, und in ihren Zelten wohne niemand mehr!

26 (69-27) Denn sie verfolgen den, welchen du geschlagen hast, und vermehren die Schmerzen deiner Verwundeten.

27 (69-28) Rechne ihnen um so mehr Schulden zu und laß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit!

28 (69-29) Tilge sie aus dem Buche der Lebendigen; sie sollen nicht mit den Gerechten eingeschrieben werden!

29 (69-30) Ich aber bin elend und krank; dein Heil, o Gott, richte mich auf!

30 (69-31) Ich will den Namen Gottes rühmen mit einem Lied und ihn erheben mit Lobgesang.

31 (69-32) Das wird dem HERRN angenehmer sein als ein Stier, als ein Farre, der Hörner und Klauen hat!

32 (69-33) Wenn das die Elenden sehen, werden sie sich freuen. Ihr, die ihr Gott suchet, euer Herz soll aufleben!

33 (69-34) Denn der HERR hört auf die Armen und verachtet seine Gebundenen nicht.

34 (69-35) Himmel und Erde sollen ihn rühmen, das Meer und alles, was sich darin regt!

35 (69-36) Denn Gott wird Zion retten und die Städte Judas bauen, und man wird daselbst wohnen und sie besitzen;

36 (69-37) und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.